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Utopia & Lost Futures: Medizinische und soziale Perspektiven auf Schwangerschaftsabbrüche

April 2024. Vortragsnotizen von Luci Lotte



Ich möchte euch heute einen groben Überblick über die aktuellen Regelungen zu Schwangerschaftsabbrüchen geben und wie sie nach den aktuellen Leitlinien umgesetzt werden sollen.

Ich möchte auch nochmal kurz anmerken, dass ich explizit beschreibe, wie eine Schwangerschaft abgebrochen wird und auch teilweise graphische Sprache und medizinische Begriffe verwende, die einerseits befremdlich auf einen wirken können und ich kann auch sehr gut verstehen, wenn manche Personen sich das nicht so explizit anhören möchten oder können. Ich werde einfach kurz davor nochmal Bescheid sagen und die Personen können gerne den Raum verlassen. Mir ist es aber auch wichtig den Vorgang so zu beschreiben, wie er passiert und vielleicht auch besser verstanden werden kann.

-> Außerdem spreche ich teilweise von Frauen die Schwanger sind, das tue ich nur im Kontext der Studien, die sich explizit auf Frauen und nicht auf alle schwangeren Personen beziehen

 

Außerdem will ich am Ende noch auf den Zusammenhang zwischen Psychischer Belastung und ungewollter Schwangerschaft einzugehen um zu schauen wie sich ein Abbruch oder das Austragen der Schwangerschaft auf die psychische Gesundheit von Personen auswirken. Bei Verständnisfragen könnt ihr euch jederzeit melden und ich freue mich über eine Diskussion danach.

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt hat eine von den Regierungsparteien einberufene ExpertInnenkomission die aktuelle Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen im Strafgesetzbuch als verfassungsrechtlich, völkerrechtlich und europarechtlich nicht haltbar bezeichnet.

 

Die Kommission wird auch noch zu Eizellspenden und Leihmutterschaft ihre Ergebnisse veröffentlichen, die Verhandlung darüber war im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass Schwangerschaftsabbrüche bis zur 12. SSW post conzeptionem legalisiert werden sollte. Die Beratungspflicht könnte dabei weiter bestehen. Politiker wie Alexander Dobrindt warnte nach ersten Ergebnissen der Kommission vor einer „Polarisierung der Gesellschaft“ und Friedrich Merz sprach vom Anzetteln eines „gesellschaftlichen Großkonflikts“. Sie bezeichnen die aktuelle Situation, als „befriedet“.

 

 

 

Vielem anderen und dem würde ich nicht zustimmen. Ich empfinde die Situation nicht als befriedet.

Kein Klarname, da ich dann nicht mehr in christlichen Klinken arbeitend kann, wenn beispielsweise die heutige Infoveranstaltung gefunden wird. Klinisches Personal von Kliniken christlicher Trägerschaft machen keine Schwangerschaftsabbrüche und alle ihre MitarbeiterInnen müssen sich verpflichten sich nicht öffentlich zum Thema Schwangerschaftsabbrüche zu äußern.

Ich glaube, euch zeigen zu können, weshalb ich der Meinung bin, dass der aktuelle Zustand nicht, als befriedet bezeichnet werden kann und dass die Betrachtung des Zustands, als „befriedet“ für mich zynisch und ignorant gegenüber der Lebenswelt von Schwangeren Personen ist.

 

 

 


Gesetztesgrundlage:

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland gemäß § 218 Strafgesetzbuch (StGB) grundsätzlich für alle Beteiligten strafbar. Es gelten aber folgende Ausnahmen:

1.    Beratung in einer anerkannten Beratungsstelle (96 % der Schwangerschaftsabbrüche) -> bis zur 12. SSW p.c.

2.    Medizinische oder kriminologische Gründe -> auch als Spätabbruch möglich, das betrifft beispielsweise Feten mit angeborenen Herzfehlern, aber auch Schwangere mit schweren Erkrankungen, wie beispielsweise Brustkrebs, der sofort behandelt werden muss. Kriminologische Gründe sind beispielsweise Schwangerschaften, die durch eine Vergewaltigung entstanden sind

 

Bedingung für beides: Schwangerschaftsabbrüche müssen durch ÄrztInnen begleitet werden, Indikation und Durchführung darf nicht durch denselben Arzt, dieselbe Ärztin gestellt werden

 

100.000 Abbrüche im Jahr, rückläufige Tendenz

 

 

 

Altersverteilung von Personen die Schwangerschaften abbrechen:


·      3% unter 18 J.  (65% werden trotz Verhütung Schwanger, 35% ohne Verhütung)

-> Minderjährige werden danach beurteilt, ob sie einwilligungsfähig sind, dann Bedarf es keiner Einwilligung der Eltern

 

·      70% zwischen 18 und 34 J.

·      20 % 35-39 J.

·      8% über 40 J.

-> bei Erwachsenen genau umgekehrt werden 65% ohne Verhütung Schwanger und 35 % mit Verhütung

 

 



Versorgungsqualität:

Orte an denen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden: medikamentös oder operativ:

Ambulant in Praxen und OP-Zentren: 81%

Klinik: 16%

-> auch nach Schwangerschaftsabbrüchen haben Personen einen Anspruch auf Betreuung durch Hebammen, wichtig beim medikamentösen Abbruch und der Begleitung davon

 

Verfügbarkeit:

Im Gesetz zur „Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (SchKG)“ heißt es: „Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher.“

  • 30 % der Personen mussten mehr als eine Praxis kontaktieren um einen Abbruch zu erlangen

  • 20% fanden es schwer oder sehr schwer eine Praxis zu finden

-> viele Barrieren, schwierig erlebter Prozess sorgt für negatives Wohlbefinden


Entfernung zur Einrichtung

15% mussten mehr als 50 km zurücklegen

50% mussten weniger als 10 km zurücklegen

9% geben schlechte Erreichbarkeit der Einrichtungen an

 

  • Ca. 5% der Bevölkerung brauchen länger als 40 Minuten mit PKW zum nächsten Angebot -> Erreichbarkeitskriterium nicht erfüllt -> Kriterium der Bedarfsplanung

  •  Ca. die Hälfte der Deutschlandweit schlecht versorgten Landkreise liegen in Bayern

  • Versorgungsdichte in Südwestdeutschland am geringsten, am geringsten in Bayern, Saarland, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz -> hier gibt es einerseits schlechte Erreichbarkeit und nur wenige Orte die eine hohe Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen durchführen -> hier stellt es in manchen Landkreisen schon ein Problem dar, wenn ÄrztInnen in den Ruhestand gehen

 

 

Ablauf des Schwangerschaftsabbruchs nach Beratungsgespräch (bis zur 12. SSW):

-> Feststellung der Schwangerschaft, Ultraschall zur Terminbestimmung und Lokalisation der Schwangerschaft


Urin oder Bluttest auf ßHCG


Ultraschall -> Sitz der Schwangerschaft: Eileiterschwangerschaft (Notfall), Bauchhöhlenschwangerschaft (Notfall)

  • Abgebrochen wird nur eine intakte Schwangerschaft in der Gebärmutter, da andere Schwangerschaften für die Schwangere lebensbedrohlich sind

 

 

 

 

Wie wird das Schwangerschaftsalter bestimmt?

1)  14 Tage nach der letzten Regelblutung ist Tag 1 der Schwangerschaft -> Unklarheiten durch unklare Zykluslängen, Standard 28 Tage oder unregelmäßige Regel, andere Verhütungsmittel, Pille etc.

2)  Scheitel Steiß Länge im Ultraschall -> zwischen der 8. Und 12. SSW ist das Wachstum des Embryos unabhängig von der Genetik, also wie groß bspw.  Die Eltern sind

5mm in der 7. SSW25 mm in der 10. SSW

50mm in der 12. SSW


Zeitpunkt des Abbruchs:

76% bis SSW 8 p.c. (10. SSW p.m.) -> Ende der Embryonalperiode22 % bis 12. Woche p.c. -> hier spricht man schon von der Fetalperiode, die bis Ende der SS geht

 

-> Überweisung des Gynäkologen zur Interruptio der Schwangerschaft

 

Schwangerschaftskonfliktberatung nach Paragraph 218

  • Beratungsbescheinigung wird der Schwangeren unabhängig vom Gesprächsverlauf ausgehändigt, Beratung kann auch abgelehnt werden


Informationen über Kosten sollen vermittelt werden

Kosten werden auch übernommen bei einem Einkommen unter 1400 € und die über kein kurzfristig verwertbares Vermögen haben (4% der Abbrüche in Deutschland), Kosten belaufen sich zwischen 200 und 600€ je nach Methode, der größte Anteil getan Anästhesie

-> Orte an denen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden

-> Methoden der Durchführung, Orte an denen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden

 

 

 

->Drei Tage Wartezeit

 

->Abbruch der Schwangerschaft möglich


Leitlinie der ärztlichen Fachgesellschaften: Schwangerschaftsabbrüche im 1. Schwangerschaftsdrittel

 

Methoden:

Operative Absaugmethode:52%

Curettage:11%Medikamentös (Mifepriston): 32 %

 

 

Medikamentöser Abbruch: Mifepriston und Prostaglandine

-> bis zur 63. Tag der Schwangerschaft

3 Wichtige Hormone in der Frühschwangerschaft: ßHCG, Progesteron und Östrogene






Tabletten die oral eingenommen werden:

Mifegyne 600 mg (Mifepriston: Progesteronrezeptor Antagonist) -> Blockieren die Wirkung des Gelbkörperhormons (corpus luteum) Schwangerschaftshormon Progesteron -> Embryo löst sich aus der Gebärmutter und geht meist innerhalb von 24-48h ab, Medikament häufig nur

Prostaglandine nimmt man nach 24 Stunden (lösen Wehen aus), werden auch in der Spätschwangerschaft zur Einleitung der Geburt gegeben

  • Mifegyne Einnahme nur in Beisein einer ärztlichen Person, Arzneimittelgesetz, Zählpflichtig, Prostaglandine können zuhause eingenommen werden, off label use eines Magenschutzmedikaments

Nach Einnahme von Mifegyne kann die Person nach Hause gehen und hat meist keine medizinische Begleitung während des Abgangs der Schwangerschaft -> Anspruch auf Hebammenhilfe

-> Viele Personen fühlen sich verunsichert diese Methode zu wählen, da sie Angst vor den Schmerzen und der Blutung haben und während dessen nur eingeschränkt betreut werden

 

-> als zu viel werden vier Binden in 2h angegeben

 

 -> Schmerzmittel können eingenommen werden

· Schmerzen, starke Blutungen (1%)

· Weiterbestehen der Schwangerschaft (1%)

· Unvollständiger Abgang der Schwangerschaft-> notwendiger operativen Entfernung:3-5%

· Infektionen: 0,1-0,2%

· Kein Risiko für Verletzungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses

· Kein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit, spätere Frühgeburten oder Fehlgeburten in nachfolgenden Schwangerschaften

 

Operativer Abbruch: ambulant oder stationär in Praxen oder Kliniken und Tageskliniken

Präoperatives Zervix Priming mit Prostaglandinen

-> lockert das Gewebe des Gebärmutterhalses und erleichtert das Einführen von medizinischen Instrumenten

 

Vakuumaspiration (nach Konsens egal ob in lokal oder Vollnarkose, allerdings geben nach Studienlage circa 25% der Personen große Schmerzen an)

->Methode der ersten Wahl im 1. Trimenon, vor der 7. SSW besteht die diagnostische Herausforderung u der Größe des Gewebes, weswegen man teilweise abwartet

-> Nach der 9. SSW soll eine elektrische Aspiration erfolgen

-> 10. Bis 12. SSW -> nach Absaugung sollen mögliche Reste mit einer Klemme entfernt werden

 

-        Mit antibiotischer Therapie kombiniert („kann“ und Konsensstärke 2)

 

 

-> Ist der Abbruch geglückt -> ßHCG-Test sollte am nächsten Tag um 50% abfallen, das entnommene Gewebe sollte untersucht werden, ob es sich um die Schwangerschaft hielt, -> auch hier: prä- und postoperativer Ultraschall

-> nach den meisten Eingriffen gibt es eine routinemäßige Kontrolle nach 1-2 Wochen, auf Gewebereste, Infektionen, Schmerzen, Blutung.

-> nicht evident für beschwerdefreie Personen, es sollte aber allen Personen angeboten werden

 

Curettage: Umgangssprachlich „Ausschabung“, vor allem eingesetzt bei späteren Schwangerschaftsabbrüchen, da wird ein medizinisches Instrument durch den Gebärmutterhals eingeführt und mit einem stumpfen Löffel wird die eingenistete Schwangerschaft vom inneren der Gebärmütter gelöst

 

Operativer Schwangerschaftsabbruch:

  •  Starke Blutungen (0,2%)

  • Weiterbestehende SS (0,2%)

  • Erneute Operation (3%)

  • Infektionen (1-10%) mit Antibiose (2%)

  • Verletzungen des Uterus (0,1%)

  •  Komplikationen durch Anästhesie (0,2%)

  • Risiko für Frühgeburten und Fehlgeburten nicht erhöht

-> Wenn der Abbruch nach der 10. SSW-Woche passiert, dann müssen Personen mit einer Blutgruppe mit negativem Rhesus Faktor eine Impfung bekommen, damit sie keine Antikörper gegen das fetale Blut entwickeln

-> es gibt keine qualitativen Unterschiede bei der Wahl der Methoden und die Person muss eine für sie geeignete Methode wählen

-> die Wahl der Methode hängt nicht mit dem späteren Auftreten von psychischen Problemen zusammen

-> medizinische Risiken von Schwangerschaftsabbrüchen sind sehr gering und schwere Komplikationen sehr selten

-> gesellschaftlich diskutierter scheint mir das Thema von psychischen Belastungen nach Schwangerschaftsabbrüchen

 

thematisiert wird aber oft eher die psychische Belastung von AbtreibungsgegnerInnen, weswegen ich darauf noch kurz eingehen möchte

 

Lebenslagen von Personen mit ungeplanten Schwangerschaften:

ELSA: Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer

 

Ein hohes Maß an Angst und Stress besteht vor dem Schwangerschaftsabbruch und bei Schwangerschaftskonflikten und geht unmittelbar danach stark zurück

-> Schwangerschaftshormone Östrogen und Progesteron und ihre Auswirkungen

-> Stimmungsschwankungen, Angstzustände werden oft in der Frühschwangerschaft angegeben (ich kann nicht genau dazwischen differenzieren was auch hier gesellschaftlich und biologisch ist)


Erleben nach Schwangerschaftsabbrüchen:

Frauen erleben nach Schwangerschaftsabbrüchen ein großes Spektrum an individuell unterschiedlichen Gefühlen wie Erleichterung und Entlastung, Trauer und Verlustgefühle, Schuldgefühle oder in Einzelfällen Bedauern des Schwangerschaftsabbruchs

Gefühle von Schuld, Scham oder Selbstbeschuldigung sind Ausdruck der verbreiteten Stigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen -> Zeit ist häufig geprägt von instabiler Emotionalität

Körperlich: Spannungsgefühl in den Brüsten, Blutverlust kann Auswirkungen haben, Unterbauchschmerzen, erste Menstruation meist nach 4-6 Wochen -> auch hier: Anspruch auf Hebammenhilfe

Wichtigster Faktor für Auftreten von psychischen Problemen nach Schwangerschaftsabbruch sind bereits davor bestehende psychische Probleme, und: Personen mit psychischen Erkrankungen sind häufiger ungewollt Schwanger, was vor allem auf ihre Lebensumständezurückzuführen ist

Weitere Faktoren:

Druck aus dem Umfeld, die Schwangerschaft abzubrechenStigmatisierung von Schwangerschaftsabbrüchen (auch interne Stigmatisierung)

Internalisiertes Stigma: Übernahme negativer stereotype auf die eigene Person und die Annahme, dass jene auf einen zutreffeǹ Schuld oder Schamgefühle

-> 30% der Personen geben an starke Selbstvorwürfe und Schuld und Scham zu empfinden, ca. 23 % erleben überhaupt keine Selbstvorwürfe oder Schuld und Scham -> der Rest changiert dazwischen

->je höher das Ausmaß an internalisiertem Stigma, desto geringer das Wohlbefinden nach 3 Monaten, unabhängig vom internalisierten Stigma haben alle nach 12 Monaten das Wohlbefinden von vor der SS

 

 

Notwendigkeit des Geheimhaltens

Partnerschaftskonflikte und Trennungen


-> psychische Auswirkungen auf die Partner in heteronormativen Beziehungen: meist ist die psychische Beeinträchtigung geringer bei Partnern als bei der Schwangeren, hierzu gibt es allerdings wenige Daten


Fehlende Soziale Unterstützung sorgt für eine höhere psychische Belastung

 

 

Einbeziehung des sozialen Umfelds:

-> ca. 1⁄4 der Personen hat mit keiner nahestehenden Person darüber geredet

-> 70% haben mit Familie nicht darüber geredet, 65% haben nicht mit Freundeskreis darüber geredet und nur ihren Partner einbezogen

-> 55% fühlten sich mit Abbruch alleine

 

Zufriedenheit mit der Entscheidung:

Freiburger Studie: Befragungen von 2000 Personen, die zwischen 1995 und 2020 ungewollt schwanger waren – im Mittel sind 5 Jahre seit der Schwangerschaft vergangen

-> Ein Jahr nach ungewollter Schwangerschaft: egal ob ungewollte SS abgebrochen oder ausgetragen wird: keine Unterschiede für psychisches Wohlbefinden

-> Zum Zeitpunkt der Befragung bewerten 95% Person egal ob ungewollte Schwangerschaften ausgetragen oder abgebrochen wurden ihre Entscheidung als richtig

 

Post Abortion Syndrome:

Rhetorik von AbtreibungsgegnerInnen häufig als Folge von Schwangerschaftsabbrüchen genannt, medizinisch und psychiatrisch nicht anerkannt, im Unterschied beispielsweise zur Wochenbettdepression, es gibt keinerlei Evidenz für ein solches Phänomen (Turnaway Studie)

-> was ich als Einschüchterung von ungewollt Schwangeren Personen empfinde und ein in medizinisches Vokabular gepacktes Stigma von Schwangerschaftsabbrüchen

-> es gibt keine Evidenz dafür, dass Schwangerschaftsabbrüche eine negative Auswirkung auf die langfristige psychische Gesundheit haben

-> Für ungewollt schwangere Personen gibt es keine Unterschiede im Auftreten von späteren psychischen Erkrankungen, wenn sie die Schwangerschaft austragen oder abbrechen

 

 

Risiken von ausgetragenen Schwangerschaften?

- Schwangere Teenager ein erhöhtes Risiko für psychiatrische Erkrankungen im Erwachsenenalter hatten, unabhängig davon, ob die Schwangerschaft ausgetragen oder abgebrochen wurde

- Einzelne Studien zeigen im Langzeitverlauf, dass junge Frauen mit ausgetragener Schwangerschaft einen schlechteren Bildungsstatus erreichten und häufiger von

Sozialleistungen abhängig waren, während die jungen Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, später bessere Bildungsabschlüsse und ein höheres Selbstwertgefühl zeigten

-> ungewollt schwangere Personen haben häufiger psychische Probleme im Vergleich zur weiblichen Allgemeinbevölkerung, hier wird aber eher vermutet, dass Personen mit psychischen Problemen ein höheres Risiko für ungewollte Schwangerschaften haben

 

 

-> Diese Faktoren, die das psychische Wohlbefinden von ungewollt Schwangeren und aber auch jungen Müttern negativ beeinflussen sind gesellschaftlich und damit auch veränderbar, ich möchte an dieser Stelle nicht davon ausgehen, dass die erhobenen Zahlen zwangsläufig so sein müssen und sehe hier vor allem das Potential zu einer positiven Veränderung, die stark mit politischen Kämpfen zusammenhängen und deren Notwendigkeit nach wie vor besteht.

 

Wo gibt es aktuelle Informationen?

ELSA

Profamilia

ProChoice

Familienplanung.de (BZGA), Hilfetelefon 0800 40 40 020

Leitlinien der ärztlichen FachgesellschaftenInstagram:

Mehr.als.du.denkst. oder mehralsdudenkst.org

 




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